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Buchtipps

Der Autor dieses Buches nimmt uns mit auf seine ganz persönliche Reise durch die Welt des Atems.  Auch wenn man glaubt, schon vieles zu dem Thema zu wissen, wird man mit überraschenden Einsichten konfrontiert und denkt noch einmal ganz neu über eine eigentlich intuitiv ablaufende Körperfunktion nach. Absolut interessant und empfehlenswert - auch wenn man sich bislang noch nie damit beschäftigt hat.

"Die Liebende ist immer die Stärkere." Amelie Nothomb ist eine meisterhafte Erzählerin! Auf wenigen Seiten gelingt es ihr, Emotionen eines ganzen Lebens abzubilden. Sprachlich herausragend porträtiert sie die Geschichte eines Mannes, der sein ganzes Leben nur auf ein einziges, unerreichbares Ziel ausrichtet und seiner Familie, die darunter leiden muss.

Polly Flint kommt als kleines Waisenmädchen zu ihren älteren Tanten ins gelbe Haus in der englischen Marschlandschaft. Hier wächst sie auf ohne Gleichaltrige, aber mit einer großen Bibliothek. Daniel Defoes Robinson Crusoe wird ihr Lieblingsbuch und zugleich Leitfaden durchs Leben. Die britische Schriftstellerin hat wieder ein feines Buch geschrieben, Isabel Bogdan hat es hervorragend übersetzt und an dieser Stelle soll auch einmal die schöne Umschlagillustration von Elizabeth Mayville erwähnt sein.

Alexandra Zykunov berichtet von den typischen 'Bullshitsätzen', die wohl die meisten von uns schon einmal gehört haben. Sätze wie 'Du hast aber Glück, dass dein Mann im Haushalt hilft' zeigen, dass wir von echter Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Mit einer ordentlichen Portion Zynismus liefert sie wissenschaftliche Fakten und schlagfertige Antworten auf diese Sätze!

Im Strudel aus Karriere, Kinderbetreuung und Haushalt hat die Autorin, wie viele andere Frauen, das Gefühl, niemandem so richtig gerecht zu werden. Sie hinterfragt ihr Familienmodell und geht auf Spurensuche: Wie kann es sein, dass sie sich einerseits als feministische Journalistin und Autorin für Gleichberechtigung einsetzt - andererseits den gesamten Mental Load des Familienalltags trägt? Anhand spannender Studien geht sie der Frage nach, woher dieser Zwiespalt kommt: Ist es das Patriarchat, die Evolution oder sind wir es am Ende einfach selbst Schuld?

Ein neues Buch der leider im letzten Jahr verstorbenen Autorin Lucinda Riley - ein Krimi, der unter die Haut geht und die Zeit bis zum abschließenden Band der Schwestern-Reihe aufs angenehmste verkürzt. Ein toter Schüler in einem englischen Nobelinternat, Quälereien unter den Schülern und alte Familiengeheimnisse - daraus webt Lucinda Riley einen spannenden Krimi mit viel Atmospähe und interessanten Charakteren.

Ein Bretagne-Krimi der ganz anderen Art: In vielen anderen Krimis, die in dieser Gegend spielen, wird gut gegessen, die wunderschöne Gegend bewundert und insgesamt sehr angenehm gelebt. Hier geht es deutlich dunkler und härter zu! Ronan Prad von der Gendarmerie Maritime, ein fast skandinavisch zerstörter Charakter, ist mit zahlreichen Wasserleichen konfrontiert, von denen die meisten ein gemeinsam haben: Sie hatten im berüchtigten Flüchtlingslager "Jungle" bei Calais Schleuser bezahlt, die sich nach England bringen sollten.

Lily wächst in den 1860er Jahren unter schlimmen Bedingungen in einem Londoner Waisenheim auf. Von den Schwestern wird sie nur 'Fräulein Ungehorsam' genannt, weil sie versucht, sich den strengen Regeln zu widersetzen. Auch als erwachsene Frau lassen sie die schrecklichen Kindheitserinnerungen nicht los und so ergreift sie die Chance, sich zu rächen. Rose Tremain ist ein tief berührendes Buch mit einer charakterstarken Protagonistin gelungen, deren Geschichte mich sehr gefesselt hat.

Ein packender und ungewöhnlicher Roman über eine jüdisch-niederländische Familie. Balthazar und Zelda leben zusammen mit ihren Kindern in gut situierten Verhältnissen. Auf  der Suche nach einer neuen Kinderfrau trifft man auf die geflüchtete Somalierin Amal. Diese Entscheidung soll das Leben aller Beteiligten in ihren Grundfesten erschüttern. Ein gesellschaftlich, politisch und zeitgeschichtlich aktuelles und wichtiges Buch.

Jula, Nick und Agda fahren zum ersten Mal mit ihrem Vater in den Urlaub - auch wenn ihre Mutter ihnen das eigentlich nicht zutraut. Natürlich geht jede Menge schief in dem Ferienhaus im Bayerischen Wald, aber vor allem gibt es jede Menge Spaß und Abenteuer! Jedes der Kinder ist vollkommen unterschiedlich und sehr liebevoll beschrieben und doch sind sie zusammen am stärksten! Eine wunderbare Sommer-geschichte voller Chaos und guter Laune.