Die Affekte

Im Nachkriegsmünchen ist er verfemt, und so geht er mit Frau und den drei Töchtern nach Bolivien, der exzentrische Hans Ertl, einst Riefenstahls erster Kameramann und Rommels ›Leibphotograph‹. Doch auch das neue Leben ist reich an Spannungen, und für seine nächste Expedition, die Suche nach der verlorenen Inkastadt Paititi, muss die ganze Familie einen hohen Preis zahlen. Insbesondere Monika, die älteste Tochter und ihrem Vater frappierend ähnlich, scheint jeden Halt zu verlieren. Was als persönliche Sinnkrise beginnt, wird zu ihrer politischen Radikalisierung führen und sie zu immer extremeren Maßnahmen treiben.

Rezension: 

Das erste Werk von Hasbún, das nun im deutschsprachigen Raum erschienen ist. Von Presse und renommierten Autorenkollegen hochgelobt, hat mich besonders beeindruckt, wie nah die Geschichte an der Wirklichkeit entlangschrappt. Denn die Geschichte beruht auf den wahren Begebenheiten der Familie Ertl, die es aus persönlichen Gründen des Vaters von Deutschland nach Bolivien verschlug und die zur Radikalisierung der Tochter Monika Ertl und ihrem Rachezug gegen den Mörder Che Guevaras führten. Die einzelnen Erzählstränge verschiedener Beteiligter lassen den Leser peu à peu das Ausmaß der Geschichte erfassen. Ein vielseitiges Buch, das viele Komponenten mit einbindet und gerade ein besonderer Leseschmaus für historisch und politisch Interessierte, wie auch für Südamerika-Freunde ist. Che Guevara, Leni Riefenstahl und viele weitere Personen haben ihre Finger mal direkt, mal indirekt mit im Spiel & das, was ich während und nach dem Lesen des Buches im Internet rausfinden musste bzw. genau nachlesen wollte, hat nochmal bestätigt, wie gut der bolivianische Autor für dieses Buch in deutschen Archiven gestöbert hat, um möglichst nah am Geschehen zu bleiben.

Autor: 

Verlag: 

ISBN: 

978-3-518-42764-4

Preis: 

18.00€